A.04.26 Soziale Verbundenheit: Sicherheit, Achtsamkeit und Co-Regulation - der Umgang mit Psychotraumata und sicherer Führung
Ein grundlegendes Bedürfnis von allen Menschen ist Sicherheit. Dort, wo wir sind, wo wir lernen und leben, Alltag gestalten, benötigen wir Sicherheit, um uns entwickeln zu können. Ist dies nicht vorhanden, dann geraten wir unter Stress und reagieren mit Vermeidungs- oder Verteidigungsverhalten (Kampf oder Flucht). Stephen Porges beschreibt in der Polyvagaltheorie das Erleben von Sicherheit als eine wesentliche Grundlage für die Kompetenz grundlegender sozialer und kommunikativer Fertigkeiten (Social Engagement System – SES). Ein sicherer Ort entsteht entsprechend dort, wo eine Person sich sicher sein kann, dass sie sich auf die Beziehungen der umgehenden Personen und ihrer Reaktionen verlassen können. Ist dies nicht gegeben, entstehen Unsicherheiten, die sich intensiv und anhaltend im Leben auswirken können. Tiefgreifende oder psychotraumatisierende Ereignisse von Kindern können durch die Erfahrung von schwerwiegenden Trennungen oder Verlusten, körperlicher oder emotionaler Misshandlung oder gar sexueller Gewalt erfolgen. Dabei können Verhaltensmuster der betroffenen Personen entstehen, die in folgenden Beziehungen nicht selten Störungen oder Missverständnisse herbeiführen.
Die Haltung diesen betroffenen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen so zu begegnen, dass diese sich wiederum in der pädagogischen, beraterischen oder therapeutischen Beziehung sicher sein können, ist zunächst davon geprägt, das möglicherweise irritierende Verhalten als Ausdruck des eigenen emotionalen Zustands zu verstehen. >Statt uns auf das zu konzentrieren, was wir mit den Kindern tun, priorisieren wir unsere Art, mit ihnen zusammen zu sein. Statt das Eliminieren von Verhaltensweisen in den Vordergrund zu stellen, müssen wir … Signale für ihre Sicherheit übermitteln, die spontane Manifestation von Verhalten ermöglichen, das soziale Verbundenheit zum Ausdruck bringt< (Stephen Porges 2017).
Die Gestaltung sicherer Orte ist die Aufgabe von pädagogisch, beraterisch und therapeutisch tätigen Personen. Ihre Präsenz, die Kraft ihrer Präsenz ist somit ausschlaggebend für die Gestaltung sicherer Orte, in denen Entwicklung und Bindung möglich sein können. Ausgehend vom Prozessdynamischen Modell von Lemme & Körner entwickeln wir anhand von Beispielen Ideen und Vorgehensweisen, wie dies in den verschiedenen Kontexten gelingen kann. Zudem werden wir die neurobiologischen Abläufe veranschaulichen, die den Prozess bei Traumatisierungen und deren Folgen sichtbar machen.
Inhalte
- Vermittlung von Sicherheit durch Präsenz und Co-Regulation
- Begriffsklärung von Psychotraumata und traumatischen Zusammenhang
- Erklärungsmodelle von Traumareaktionen und - entwicklungen
- Polyvagaltheorie und weitere neurobiologische Erklärungsmodelle
- Anwendung und Bedeutung dieser Modelle in der Praxis
- Gestaltung von sicheren Orten
Zielgruppe
Dieses Seminar richtet sich an Coaches, die aktiv mit dem Konzept Systemische (Neue) Autorität arbeiten, Einrichtungsleitende, Supervidierende, Fachleute aus Pädagogik, Psychologie und Psychotherapie, Psychiatrie, Sozialarbeit sowie alle interessierten Personen, die sich mit dem Konzept Systemische Autorität intensiver auseinandersetzen wollen, die Haltungen und Interventionsmöglichkeiten dieses Ansatzes vertiefen und in ihrer beruflichen Praxis anwenden wollen.
Wir setzen die Teilnahme der Grundlagenseminare beim Besuch der Aufbauseminare voraus.
Alternativ sollten die Inhalte dieser Seminare theoretisch wie erfahrungspraktisch bekannt sein.
Seminardurchführung
Das Seminar ist mit der Leitung durch Martin Lemme und Alexandra Aßelborn geplant.
Es findet statt ab einer Teilnehmerzahl von 12 Personen.
Ab einer Teilnehmendenzahl von 19 Personen wird das Seminar von beiden genannten Trainer*innen der Ausschreibung durchgeführt.
Ca. vier Wochen vor Seminarbeginn werden die Teilnehmer darüber informiert.
SyNA behält sich vor im Krankheitsfall einen anderen Trainer für das Seminar zu bestellen (siehe AGBs).
Seminarzeiten
19.11.2026, 10:00 - 18:30 Uhr
20.11.2026, 09:00 - 16:15 Uhr
Seminargebühr
370,00 €330,00 € bis 07.10.2026Bei einer Buchung bis 43 Tage vor dem Seminar erhalten Sie einen Frühbucherpreis von 330,00 €.
(umsatzsteuerbefreit)
Tagespauschale 28,00 € (je 14,00 € / Tag)
beinhaltet Getränke (Kaffee, Tee, Wasser) und Snacks (Kekse, Obst) in Bio-Qualität sowie Raumnutzung.
Die Übernachtung und Essensversorgung findet selbstorganisiert in der Umgebung statt (Bäcker, Supermarkt, etc. sind fußläufig zu erreichen).
Seminarort
SyNA-Systemisches Institut für Neue Autorität
Fichtenstraße 1
49565 Bramsche
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