A.10.27 Healing of Memories – jede Geschichte benötigt Zuhörende:
Heilung von Wunden aus Gegenwart und Vergangenheit durch intensives Zuhören sowie Vergebung, Versöhnung und Wiedergutmachung
Dieses Praxis-Seminar mit Live-Beiträgen von Father Michael Lapsey wird von Martin Lemme und Stefan Fischer durchgeführt. (Der Link zur Vorstellung von Father Michael Lapsley befindet sich bei den Informationen)
Die Seminarsprache ist Deutsch, während die Beiträge von Father Michael Lapsley (Englisch) konsekutiv in Deutsch übersetzt werden.
Vergebung, Verzeihung, Versöhnung, Wiedergutmachung: Das sind zugleich wichtige wie schwere Schritte - sowohl in der eigenen Leistung als betroffene Person wie auch in der Anleitung als Coach . In unseren Seminaren zum Prozessdynamischen Modell der Präsenz (PDM) ist die Umsetzung dieses Handlungsaspektes häufig mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden.
Hier setzt dieses Seminar an: die Heilung von Traumata und Wunden der Gegenwart wie Vergangenheit beginnt mit dem intensiven und einfühlendem Zuhören. In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit dem Erkennen und Vertiefen der emotionalen Erlebnisse von betroffenen Personen und der Bedeutung für deren Leben. Immer wieder erleben die Menschen, dass sie sich durch das Teilen ihres Schmerzes weniger isoliert und allein fühlen. Für das Vorgehen als Coach für Neue Autorität bedeutet dies intensiv zuhören und sprechen zu lernen, selbst wenn das zuvor gezeigte Verhalten inakzeptabel scheint. Dieses Zuhören benötigt Übung in der eigenen Präsenz, die verwendete Sprache benötigt Worte, die zugrunde gelegte Haltung ist geprägt von Verbundenheit und Annahme, Sicherheit und Zugewandtheit sowie Autonomie. Genau das sind die Inhalte des Seminars. Zudem stellen wir Gruppengespräche mit Betroffenen als Möglichkeit des Handelns in sozialen Kontexten vor.
Ein Vorgehen in dieser Haltung ermöglicht für die Beteiligten häufig weitere Schritte. In diesem Seminar werden wir Wiedergutmachungs- und Vergebungsprozessen in verschiedenen Kontexten an Praxisbeispielen erörtern und sichtbar werden lassen. Im Zuhören und Verstehen steckt die Möglichkeit der gemeinsamen Entwicklung. Wir werden dabei den Ansatz von Healing of Memories von Michael Lapsley persönlich von ihm erläutert bekommen.
Healing of Memories ist ein Ansatz, um schmerzhafte oder traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und zu heilen. Dabei werden Verletzungen aus der Vergangenheit bewusst gemacht und im geschützten Rahmen bearbeitet. Ziel ist es, Versöhnung mit sich selbst und anderen zu finden und inneren Frieden (wieder) zu erlangen. Dazu werden im ursprünglichen Vorgehen Gespräche, Gebete, Rituale und beraterische Impulse eingesetzt, vor allem, um zu hören und zu verstehen.
Jede persönliche Geschichte benötigt einen Menschen, der intensiv zuhört.
Das Vorgehen Healing of Memories wurde von Father Michael Lapsley entwickelt, einem anglikanischen Priester und Anti-Apartheid-Aktivisten aus Südafrika. Nach einem Attentat, bei dem er beide Hände und ein Auge verlor, entwickelte er dieses Konzept basierend auf seinen eigenen traumatischen Erfahrungen sowie den kollektiven Wunden der südafrikanischen Apartheid-Gesellschaft.
Der Ansatz wurde ursprünglich entwickelt, um Menschen nach Zeiten von Gewalt, Unterdrückung oder gesellschaftlichen Konflikten (insbesondere in Südafrika nach dem Ende der Apartheid) einen Raum zu bieten, ihre schmerzhaften Erfahrungen zu erzählen und Heilung zu finden. Das Vorgehen in den Workshops richtet sich an Einzelpersonen und Gemeinschaften, die unter den Folgen von Krieg, Menschenrechtsverletzungen, sozialer Spaltung oder anderen Traumata leiden. Ziel ist die Unterstützung individueller und kollektiver Heilung sowie die Förderung von Versöhnung, Verständnis und Frieden innerhalb und zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.
Heute wird Healing of Memories weltweit angewendet, auch außerhalb von Südafrika, für viele Formen persönlicher und gesellschaftlicher Traumatisierung oder Verletzungen.
Hier in diesem Seminar und in unserer Arbeit nutzen wir diesen Ansatz als Vertiefung zum Vorgehen mit Wiedergutmachungs-, Versöhnungs- und Vergebungsprozessen und werden dies in Zusammenhang mit den Prozessdynamischen Modell der Präsenz wie dem Transformativem Feld an praktischen Beispielen handhabbar und nutzbar machen, so dass die Teilnehmenden sich sowohl in ihrer Haltung als auch in ihrer Handlung in der Umsetzung ihrer eigenen Praxis gestärkt erleben.
Inhalte
- Verstehen und Verinnerlichen von Healing of Memories
- Erlernen und Vertiefen des eigenen emotionalen Zuhörens und der zugehörigen Sprache
- Praktische Erfahrung von Prozessen der Vergebung, Versöhnung, Wiedergutmachung auch im Austausch
- Vertiefung des Vorgehens im Prozessdynamischen Modell der Präsenz
- Selbsterfahrung
Zielgruppe
Dieses Seminar richtet sich an Personen, die sich mit der Umsetzung der Systemischen (Neuen) Autorität in Schulen und Bildungssystemen intensiver beschäftigen wollen und ihre Haltungen und Interventionsmöglichkeiten dieses Ansatzes vertiefen und in ihrer beruflichen Praxis anwenden wollen.
Wir setzen die Teilnahme der Grundlagenseminare beim Besuch der Aufbauseminare voraus.
Alternativ sollten die Inhalte dieser Seminare theoretisch wie erfahrungspraktisch bekannt sein.
ReferentInnen
Verantwortlich: Martin Lemme und Stefan Fischer
Mit Beiträgen von: Father Michael Lapsley
Seminardurchführung
Dieses Praxis-Seminar mit Live-Beiträgen von Father Michael Lapsey wird von Martin Lemme und Stefan Fischer durchgeführt. (Der Link zur Vorstellung von Father Michael Lapsley befindet sich bei den Informationen)
Das Seminar wird in Deutsch durchgeführt. Die Beiträge von Michael Lapsley werden konsekutiv übersetzt. Es gibt einen methodischen Wechsel von Inputs, Kleingruppenarbeiten, Übungen, Methodenexperimenten (Rituale, angewandte Präsenz…) sowie Selbstefahrungsanteilen.
Es findet statt ab einer Anmeldung von 10 Personen.
Ca. vier Wochen vor Seminarbeginn werden die Mitwirkenden darüber informiert. SyNA behält sich vor im Krankheitsfall eine*n andere*n Trainer*in für das Seminar zu bestellen (siehe AGB).
Informationen